Franzjosef Maier (* 27. April 1925 in Memmingen) ist ein deutscher Violinist, Dirigent und Hochschullehrer.
Maier lernte schon früh Klavier, Violine und Bratsche. Ab 1938 studierte er an der Musikhochschule Augsburg, an der Münchner Akademie und schließlich bei Wilhelm Isselmann und
Kurt Thomas in Frankfurt. Gleich nach Kriegsende nahm er an der Kölner Hochschule für Musik sein Studium wieder auf, u.a. Komposition bei Philipp Jarnach. Gleichzeitig spielte er in verschiedenen Ensembles Kammermusik.
Von 1949-59 unterrichtete er am Robert-Schumann-Konservatorium in Düsseldorf, anschließend an der Musikhochschule Köln. Häufig konzertierte er als Solist. Schon 1949 hatte er auf Empfehlung des WDR ein
Collegium Musicum für
Alte Musik gegründet. 1959 erhielt Maier eine Professur für Violine, 1964 wurde er Dozent für Barockvioline und Alte Musik an der Hochschule für Musik Köln.
Maier hatte seit Beginn der 1950er Jahre einen erheblichen Anteil an der Entwicklung der Kölner „Alte Musik-Szene“. Zu seinen Schülern gehörten namhafte Barockgeiger, wie Reinhard Goebel (Musica Antiqua Köln),
Werner Ehrhardt (
Concerto Köln), Manfredo Kraemer (
Le concert des Nations und
The Rare Fruits Council), Gustavo Zarba (
Orchestra of the Eighteenth Century).
1964 übernahm er als Konzertmeister die Leitung des durch die Plattenfirma
Deutsche Harmonia Mundi gegründeten Ensembles
Collegium Aureum, welches für die damalige Zeit wegweisende Einspielungen im Sinne der historischen Aufführungspraxis machte. So optierte Maier für die Verwendung barocker Originalinstrumente und einen der jeweiligen Epoche entsprechenden Interpretationsstil.